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Bewertungssysteme (WEM)
Tordistanz (2016)
Vorwort
Auch wenn ich deiner Aussage, dass das übermittelte System das Prinzip “je weiter entfernt vom richtigen Tipp, umso weniger Punkte” nicht mehr enthält, eigentlich widersprechen würde, so war mir dein Wunsch nach einem System, das dieses Prinzip deutlicher umsetzt, dennoch Befehl und ich habe Überlegungen dazu angestellt. Und ich glaube, dass mir hier etwas wirklich Gutes eingefallen ist. Denn bei diesem System habe ich endlich etwas überwunden, was mich bei allen Systemen bisher gestört hat: die Sonderrolle von unentschiedenen Spielen. Entweder musste man dafür eine Sonderregel angeben oder es kommen nicht so ganz befriedigende Punkte heraus - oder beides. Auch die Berücksichtigung der Tordifferenz insgesamt in den Wertungen fand ich bei extremen Tipps nur bedingt überzeugend, hatte bisher aber “Tordifferenz richtig, dann 1 Punkt” als unumstößlich angesehen.
Basiswertung für ein ko-Rundenspiel:
A) 5 Punkte für den richtigen Tipp, wer weiterkommt (sonst 0)
Also: die B-Punkte (s. vorige Mail bzw. unten) werden nach der neuen Methode wie folgt berechnet:
1. Tendenz 0 oder 2 Punkte (wie immer)
2.) Dann wird die folgende Größe berechnet, die ich “Tordistanz” (TD) nenne:
TD = Abs(getippte - geschossene Tore Mannschaft 1) + Abs(getippte - geschossene Tore Mannschaft 2) + Abs(Tordifferenz getippt - Tordifferenz-ist)
(Abs = Absolutbetrag). TD ist immer gerade und anhand dieser Größe werden die weiteren B-Punkte vergeben:
TD = 0, dann 3 Punkte TD = 2, dann 1 Punkt
Vergibt man keine weiteren B-Punkte, so hat man ein System, das nahe bei dem in der letzten Mail beschriebenen System liegt. Es werden allerdings für die richtige Tordifferenz quasi weniger (bis keine) Punkte vergeben, wenn die Toranzahl jeder Mannschaft um mehr als 1 Tor falsch getippt wurde (was ich als positiv werte!).
Man kann aber natürlich auch bei höheren Werten von TD noch Punkte vergeben, z.B.
TD = 4, dann 0,5 Punkte TD = 6, dann 0,25 Punkte TD = 8, dann 0,12 Punkte.
Das könnte man noch fortsetzen, aber allerspätestens hier stellt sich die Frage, was das getippte mit dem wirklichen Ergebnis zu tun hat und die vergebenen Punkte werden wohl eher als “weißes Rauschen” denn als Verdienst empfunden.
Will man die Spiele der höheren Finalrunden aufwerten, so kann das über einen Faktor geschehen, mit dem die Gesamtpunktzahl multipliziert wird oder (wie jetzt) durch eine Erhöhung der Punkte gemäß A.
Für die Vorrunde kann man allein gemäß B werten. Dann gibt es natürlich nur maximal 5 Punkte je Spiel. Über einen Faktor ließe sich das Gewicht der Vorrundenspiele erhöhen, wenn man das will. Ich befürworte das aber nicht, denn es gibt bei 24 Mannschaften 36 Vorrundenspiele (bei 32 sogar 48) und nur 15 Hauptrundenspiele (ohne Spiel um Platz 3). Das Gesamtgewicht der Hauptrunde sollte eher größer als kleiner als das der Vorrunde sein.
Ergänzung 30.07.2016
Parameter: Ja sicher können die Parameter so gesetzt werden, es ist eine Geschmacksfrage und letztlich die Frage, wieviel “Gießkanne” und wieviel “Winner takes it all” das System enthalten soll. Für meinen Geschmack wird so der “Schuss knapp vorbei” stark belohnt (4 von 5 möglichen Punkten), aber das passt natürlich sehr gut zu dem von dir genannten Alleinstellungsmerkmal - und es betont natürlich auch die Bedeutung der Metrik (Tor(Schritt)distanz), die ja gerade in dem Bereich “nicht 100%ig getroffen” zur Geltung kommt. Markus (ich hatte auch mit ihm über das System gesprochen) würde deinen Änderungsvorschlag sicher befürworten. Er meinte, die Metrik sei sehr gut, nicht verbesserbar, aber ich würde die falschen Parameter setzen (zu sehr “Winner takes it all”). Fazit: Ja, du kannst es so machen.
Ein Punkt ist mir wichtig: In den KO-Runden werden nach deinem jetzigen Vorschlag für den richtig getippten KO-Sieger immer genauso viele Punkte vergeben wie für das “richtig gelesene” 90-Minuten-Spiel. Das hat seinen Charme. Einerseits stellt es sicher, dass ein richtiger KO-Tipper (die wichtigste Aussage zum Spiel!) nicht von einem falschen KO-Tipper punktemäßig übertroffen werden kann - andererseits ermöglicht es aber, einen falsch getippten Elfmeterschießensieger gegenüber einem richtigen KO-Tipper, der aber eigentlich (90 Min.) weit daneben liegt, annähernd auszugleichen. Und weit über beiden beschriebenen Tippern thront derjenige, der 90 Minuten und KO-Ergebnis richtig hat. Das gefällt mir sehr gut. Wenn man zu einem späteren Turnier zu der Meinung kommt, dass das Finale ein höheres Gewicht haben sollte als ein Achtelfinalspiel, so wäre es dann vielleicht sinnvoller, einen Faktor einzuführen, mit dem die gesamten Punkte multipliziert werden. Ich bin aber auch dafür, jetzt zur Premiere einen solchen Faktor nicht zu verwenden.
Theorie
Theoretische Begründung zu der Größe “Tordistanz”: fussballtippschema_2016.pdf